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Logiernächteentwicklung in Spiez. Es ist nicht alles Gold was glänzt.

View from the Hotel Eden to the Spiez Bay, the Niederhorn and Lake Thun
Hotel Eden

Spiez verzeichnet im vergangenen Jahr einen Höchststand an Logiernächten. Die für den Tourismus zuständige Standortförderungsorganisation Spiez Marketing AG (SMAG) will bereits im laufenden Jahr, zusammen mit den Partnern, die daraus resultierenden Herausforderungen angehen.

Im Kalenderjahr 2025 generierte Spiez rund 198'000 Logiernächte. Das sind 7 % mehr als im Vorjahr. Die Hotelübernachtungen sanken dabei um 2.5 % auf 135'000. Die Übernachtungen in der Parahotellerie legten um über 35 % zu und kletterten auf 63'000. Dieser signifikante Zuwachs ist auf das steigende Angebot von privat und kommerziell betriebenen Ferienwohnungen zurückzuführen. 

Spiez setzt sich für nachhaltigen Tourismus ein
Die Spiez Marketing AG betreibt nicht nur das touristische Geschäft, sondern auch Standortförderung für die Bereiche Wirtschaft und Wohnen. Stefan Seger, Geschäftsführer der Spiez Marketing AG stellt diesbezüglich klar: «Es ist überhaupt nicht unser Ziel Logiernächterekorden nachzujagen. Wir haben ein starkes Interesse, dass es den Bürgerinnen und Bürgern gut geht. Der Tourismus wird nicht zu Lasten der Einwohnerinnen und Einwohnern gefördert. Wir stehen für möglichst nachhaltigen Tourismus ein». Dies belegt die Tatsache, dass Spiez Marketing AG seit letzten August Teil des von Schweiz Tourismus geförderten Nachhaltigkeitsprogramms Swisstainable ist. Mit diesem Schritt verpflichtet sich SMAG zu einem verantwortungsvollen Tourismus und trägt mit konkreten Massnahmen zu einem nachhaltigen Miteinander in Spiez bei. 

Der Gemeinderat beauftragte SMAG letzten Frühling mit der Bildung einer Arbeitsgruppe. Das Ziel ist/war es, mögliche durch den Tourismus verursachte Herausforderungen zu identifizieren. Die Arbeitsgruppe mit Vertretungen aus Politik, Einwohnerschaft, Hotellerie, Parahotellerie, Detailhandel, Rechtswissenschaft, Standortförderung und touristische Leistungsträger hat Herausforderungen identifiziert und Lösungsansätze festgehalten. Der Gemeinderat hat daraufhin die konkretere Ausarbeitung von Massnahmen in Auftrag gegeben. Die Themen, welche in den Kompetenzbereich der Tourismusorganisation fallen, sind in den Massnahmenplan 2026 eingeflossen. Seger meint dazu: «Der Auftrag geniesst bei uns eine hohe Priorität. Wir werden in diesem Jahr mit der Umsetzung von Massnahmen starten. Wir müssen aber realistisch bleiben. In diesem vielschichtigen Umfeld absolvieren wir nicht einen 100-Meter-Sprint, sondern einen Marathon. Wie in anderen Orten sind schnelle Erfolge unrealistisch».

Schweizer nach wie vor wichtigste Gästegruppe
Die Herkunftsstruktur der Gäste hat sich gegenüber dem Vorjahr kaum verändert. Gut die Hälfte der Hotelübernachtungen wird von Schweizer Gästen generiert. Dahinter folgen Übernachtungen von Gästen aus China (9 %) Deutschland (7 %) und USA (5 %). Bei der Parahotellerie ist das Bild etwas ausgeglichener. Da stammen die meisten Übernachtungen ebenfalls von Gästen aus der Schweiz (15 %). Dicht dahinter folgen Übernachtungen von Gästen aus China (11 %), USA (10 %) und Deutschland (9 %).